Baum des Jahres – Die Lärche

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„Der Baum der guten Waldfeen und des goldenen Herbstes“

Die Lärche benimmt sich ganz und gar nicht wie ein Nadelbaum. Wie bei einem Laubbaum verfärben sich ihre Nadeln goldgelb und fallen ab, wenn der rauhe Winter naht. Damit ist sie einzigartig unter den heimischen Kiefern. Ihre kleinen rundlichen Zapfen kommen dann im Winter besonders gut zur Geltung. Ihre Nadeln sind Nahrung für Auer- oder Birkwild, und auch für den Menschen lässt sich aus den jungen Trieben der Lärche Köstliches zubereiten: Der Lärcherl-Schnaps. Es gibt etwa zehn Lärchenarten. Sie kommt in Höhenlagen von 2.500 m und mehr vor. Kaum eine andere Baumart ist so frosthart wie die Europäische Lärche. Die meisten der alten Almhütten sind daher auch aus Lärchenholz gebaut und mit Lärchenschindeln gedeckt. Begründet ist die lange Haltbarkeit im hohen Harzgehalt.

Die Ramsauer Lärche in der Almregion um die Glös- und Walcheralm gilt in der Steiermark als „anerkannter Bestand“. Ihre Samen werden in Forstgärten hochgezogen und anschließend verkauft. Im Altertum galt die Lärche als heiliger Baum. Im Volksglauben wurde sie als Heimstatt wohlgesinnter Waldfeen betrachtet. Diese Waldfeen geleiteten verirrte Wanderer auf den rechten Weg, gaben den Armen Geldbeutel, die niemals leer wurden, Brotkästen, die ewig gefüllt blieben und Käselaibe, die stets nachwuchsen. Als Schutzbaum vor bösen Geistern, Blitzeinschlägen und anderem Unheil wurde die Lärche im Gebirge oft in der Nähe des Wohnhauses bzw. Hofes gepflanzt.

Die Lärche zeigt eine spektakuläre Herbstfärbung, die damit den Begriff “goldener Herbst” geprägt hat. Das zarte helle Grün der neuen Nadeln an den filigranen Ästen ist im Frühjahr nicht weniger beachtenswert. Das Wort Lärche kommt direkt vom lateinischen larix. Das wissenschaftliche Beiwort decidua heißt „laubabwerfend“.

Tipp: Wie man Lärcherl-Schnaps macht, welche anderen Schnäpse aus Bäumen zubereitet werden können und ihre Herstellung (z.B. Zirbengeist, Wacholderschnaps oder Vogelbeerbrand) sowie den Unterschied zwischen Geist, Brand und Likör erklärt Karl Pilz vulgo Aschbeehaisl. Der Ramsauer ist bekannt für seine edlen Brände und bietet auch Verkostungen an.

(Beitrag erschienen im „Der Dachsteiner 2012 – Sommermagazin“)

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