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Rezept: Schwoschzbeemiasl (Heidelbeer-Gericht)

Schwarzbeermiasl Hans Simonlehner

Der Wald hält einige Produkte für uns bereit, aus denen wir allerhand Köstliches zubereiten können. „Geistige“ Genüsse, wie Lärchen-, Wacholder oder Zirbenschnaps. Pilze, allen voran die Eierschwammerl (Pfifferlinge) und Beeren sind ebenfalls sehr verbreitet in der Region vor dem Dachstein. Grestling, so nennen die Einheimischen Preiselbeeren, werden eingekocht und traditionell zum Kaiserschmarrn gegessen oder in der Buttermilch getrunken. Heidelbeeren können sich ebenso wie die Vogelbeeren in klarer, flüssiger Form im Glas wiederfinden. Die köstlichen „Schwarzbeeren“ schmecken aber auch pur, im Schwarzbeer-Schmarrn oder in der Schwarzbeer-Buttermilch.

Für die Holzfäller oder die Menschen auf der Alm waren diese Heidebeeren früher eine besonders bekömmliche Beigabe zum „Miasl“. Dieses Mus war eine einfache, günstige und kräftigende Kost nur aus Mehl und Wasser, in Schweineschmalz in einer Pfanne über offenem Feuer zubereitet. Heute wird das traditionelle Miasl nur noch selten angeboten, außer auf der Alm oder bei den Bauern  direkt. Auf den Speisekarten findet man gelegentlich den Schwarzbeer-Schmarrn. Aber bei der Hofwanderung kramen die Bäuerinnen in den Kochbüchern der früheren Generationen und zaubern Althergebrachtes auf den Tisch. Heuer startet die Ramsauer Hofwanderung am 9. September 2012  beim Brandlhof. Die „Brandl-Bäuerin“ Karin Simonlehner wird dann ein „Schwoschzbee-Miasl“ als Stärkung anbieten, bevor die Wanderschar mit musikalischer Begleitung zu anderen Höfen und anderen Steirischen Schmankerln weiterzieht.

Rezept: Heidelbeermus bzw. Schwarzbeer-Miasl bzw. Schwoschzbeemiasl.

Zutaten (für 6 Personen):
75 dag Mehl
1 TL Salz
ca. 1/2 l kochendes Wasser
ca. 15 dag Schweine- oder Butterschmalz
20-25 dag Schwarzbeeren
Staubzucker zum Bestreuen

Zubereitung
Das Mehl wird in eine Schüssel gegeben und gesalzen, anschließend wird das kochende Wasser darüber geschüttet. Mit einem Kochlöffel wird diese Masse zu mittleren Klumpen gerührt. Diese werden in das heiße Schmalz gegeben und mit der Schmarrnschaufel (Küchenfreund) fein zerkleinert. Das Miasl soll eine goldgelbe Farbe bekommen, danach gibt man die
Schwarzbeeren dazu und mischt es gut durch. Tipp: Zur Verbesserung noch ein bisschen Butter dazugeben. Zuletzt wird noch reichlich Staubzucker darüber gestreut. Im Originalrezept wurde Schweineschmalz verwendet, wer den Geschmack von Butterschmalz bevorzugt, kann auch dieses verwenden. „Richtig gut schmeckt so ein Miasl nur aus der Pfanne“, rät Karin  Simonlehner. Dazu wird meistens Kaffee oder Milch getrunken. Die Brandlhof-Bäuerin wünscht gutes Gelingen!

(Beitrag erschienen im „Der Dachsteiner 2012 – Sommermagazin“)

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