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Mittendrin im Paradies- Ein Woche Ramsau am Dachstein

Winterwandern im "verzauberten" Land

Die Suche nach dem perfekten Winterurlaub für die gesamte Familie beginnt bei mir am Ende des Sommers: Während ich die letzten warmen Tage mit Bikini und Sonnenbrille in unserem Garten genieße, gebe ich verschiedene Orte in die Google-Suchleiste ein und informiere mich über die jeweiligen Winterangebote. Ich nippe genüsslich an meinem Aperol Spritz, während ich die Webseiten der Tourismusverbände abklappere und nach Schnäppchen bei den Vergleichsportalen suche. Die richtige Urlaubsdestination für eine fünfköpfige Familie zu finden ist gar nicht so leicht, immerhin muss für jedes Familienmitglied
etwas Besonderes dabei sein. Einen Vorteil hat das Suchen jedoch: Die Schnee- und Winterfotos kühlen mich in der Sommerhitze ab. Gedanklich
zumindest. Bevor ich mein Brainstorming beende, hole ich mir noch Tipps von Freunden und Bekannten. Am liebsten von Familien, die ähnlich gestrickt sind wie wir: Mein Mann Rainer und ich, die beim Sport gerne die Natur genießen. Unser 19-jähriger Rebellensohn Max, der immer auf der Suche nach dem nächsten Abenteuer inklusive Adrenalinkick ist. Laura, unser 13-jähriger Freigeist mit tiefer Verbundenheit zu Tieren jeglicher Art. Und unser Jüngster namens Moritz, der im Kindergarten gerade die Selbstständigkeit für sich entdeckt hat und alles erlernen will. Komplettiert wird unsere Familie von Maxs Freundin Viktoria, die heuer zum ersten Mal mit uns in den Urlaub fährt.

Ab in den Urlaub!

Nachdem ich das Spektrum der Möglichkeiten auf vier bis fünf Destinationen eingegrenzt habe, bespreche ich den Urlaub mit meinem Mann Rainer. Wir informieren uns noch einmal gemeinsam über die ausgewählten Urlaubsziele, ziehen alle Vor- und Nachteile in Betracht und recherchieren die finanziellen Aspekte. Danach entscheiden wir uns für einen Ort, buchen die Zimmer und hoffen das Beste. Bis zum Urlaub sind es doch noch ein paar Monate …
Je näher das Urlaubsdatum rückt, desto größer wird die Vorfreude. Aber auch der Stress: Wir kramen unsere Wintersachen hervor und selektieren nach „passt“ oder „passt nicht mehr“. Wir machen die letzten Besorgungen, checken die Reiseroute und packen unsere Koffer. Als Mama muss ich natürlich auch für
die Kinder packen – nicht die einfachste Aufgabe wie Sie sich vorstellen können. Wir beladen das Auto, verriegeln alle Türen und dann heißt es offiziell: Ab in den Urlaub!

Das Urlaubstagebuch

Dieses Jahr haben wir uns für Österreich entschieden. Genauer gesagt Ramsau am Dachstein. Einerseits überzeugten uns die vielfältigen Möglichkeiten, andererseits war der Urlaub für unsere Familie finanziell erschwinglich (Ramsauer Winter- Card!). Das Ausschlaggebende war aber die Lage: Während wir in der
Ramsau alles Wichtige vorfinden, brauchen wir zu den umliegenden Attraktionen der Region Schladming-Dachstein keine fünfzehn Minuten. Optimal für einen Familienurlaub mit hohen Ansprüchen. Für die Zeit in Ramsau am Dachstein habe ich ein Urlaubstagebuch angelegt, um unsere Erfahrungen und Aktivitäten festzuhalten. Aber Vorsicht: Alle Einträge sind höchst subjektiv!

Samstag- Anreisetag

Nach der achtstündigen Fahrt checken wir etwas gerädert in unserem Hotel ein. Die Unterkunft ist modern eingerichtet, hat aber mit ihrer edlen Holzverkleidung einen sehr traditionellen Touch – die Bilder im Internet haben also nicht gelogen. Die Rezeptionistin ist freundlich und traditionell in einem Dirndl gekleidet. Nach dem Check-In machen wir uns zu Fuß auf den Weg zum Sportshop, wo wir unser Equipment leihen. Im Auto hatten wir dafür keinen Platz mehr, beziehungsweise ist das Leihen viel angenehmer: Wenn etwas nicht passt, dann wechseln wir es einfach aus. Außerdem gibt es für Familien Rabatte, ein nicht unwesentlicher Pluspunkt. Am Abend entspannen die Erwachsenen im hotelinternen Wellnessbereich, die Kinder haben im Spielzimmer ihren Spaß. Außer
Max und Viktoria, das junge Paar erkundet den Ort nach Bars.

Sonntag-Der Startschuss

Beim Frühstück wird klar, dass unsere jungen Erwachsenen eine gute Bar gefunden haben. Der Kater steht ihnen ins Gesicht geschrieben. Da Laura und Moritz heute ihren Schikurs am Rittisberg beginnen, steigen wir nach dem Frühstück in den Bus ein. Sechs Stationen und zehn Minuten später stehen wir am Fuße des Berges, wo sich Max und Viktoria gleich Richtung Lift verabschieden. Und ehe man sich versieht, sind auch Moritz und Laura bei ihren Schilehrern und alle Kinder weg – das heißt „Quality Time“ für die Erwachsenen auf der Langlaufloipe. Das Langlaufnetz in der Ramsau ist riesig und bietet für alle Könnerstufen
das entsprechende Terrain. Rainer läuft die anspruchsvollen Loipen, während ich mich auf den gemütlichen flacheren Loipen vergnüge. Wir treffen uns an einer der Hütten entlang der Loipe und genießen den sonnigen Vormittag bei einem warmen Kaffee. Zu Mittag sehen wir noch einmal nach unseren Kindern im Schikurs, doch die haben ihren Spaß und beachten uns gar nicht. Wir treffen die beiden erst wieder beim Abendessen.

Montag- Ein sportlicher Wochenanfang

Moritz und Laura absolvieren den Schikurs, Viktoria und Max starteten früh zu einer Schitour. Schon in der Früh sind alle außer Haus. Auch Rainer und ich haben heute etwas Besonderes vor: Schneeschuhwandern! Zusammen mit anderen Urlaubern erkunden wir mit Schneeschuhen die unberührte Natur rund um
den Dachstein. Ehrlich gesagt habe ich mir nicht viel erwartet, doch am Ende bin ich begeistert. Eine wunderschöne Landschaft, gepaart mit utopischer Ruhe
– ich war schon lange nicht mehr so entspannt. Am Abend besuchen wir mit den Kindern das Winterschneefest am Rittisberg. Tolles Programm, super Stimmung und eine Menge Spaß für die ganze Familie. Sollte man sich wirklich nicht entgehen lassen (Geheimtipp!).

Dienstag-Sieger!

Max und Viktoria haben sich für den „Tiefschnee-Pass“ beim Tourismusverband Ramsau angemeldet. Dort zeigt ihnen ein ausgebildeter Bergund Schiführer,
was sie abseits von präparierten Pisten zu beachten haben. Nach einem gemütlichen Langlauf-Vormittag hole ich Laura ein wenig früher vom Schikurs ab und
fahre mit ihr zu einem der Reiterhöfe, wo sie an einem Ausritt rund um den Kulmberg teilnimmt. Ihr Strahlen nach dem Abenteuer ist unbezahlbar, sie spricht
den restlichen Tag von nichts anderem mehr. Wir perfektionieren den Tag mit einer Runde Nachtrodeln am Rittisberg: Mit der 4er-Sesselbahn geht’s am Abend
auf den Berg, nach einem kurzen Boxenstopp in der Hütte rodeln wir die beleuchtete Bahn hinunter. Toller Familienausflug. Und raten Sie mal, wer am schnellsten war? Natürlich die Frauenrodel – Laura und ich haben die Männer richtig weit abgehängt

Mittwoch- Relax

Max, Viktoria und Rainer machen eine Dachstein-Gletscherüberquerung nach Obertraun und sind den ganzen Tag unterwegs. Ich lege hingegen einen Relaxtag
ein, während Moritz und Laura im Schikurs sind. Zuerst entspanne ich im hoteleigenen Wellnessbereich, dann im Badeparadies Ramsau. Ich lasse mich bei einer
Massage verwöhnen, schwitze in der Sauna und übersehe beim Entspannen fast die Uhrzeit (ich muss ja die Kinder vom Schikurs abholen!). Nach einer kurzen Jausenpause gehe ich mit den Kindern noch ein bisschen Langlaufen, die meiste Zeit verbringen wir aber im Kinderlanglaufpark. Laura springt über eine
Schanze und braust die Wellenbahn hinunter, Moritz kurvt durch die Slalomstangen. Als besorgte Mutter sehe ich ihnen ungern dabei zu, aber die Kinder haben unglaublich viel Spaß. Beim Abendessen präsentieren uns die Dachstein-Überquerer ihre Fotos und erzählen von der außergewöhnlichen Reise. Randnotiz:
Nächstes Jahr will ich auch so eine Überquerung machen!

Donnerstag- 4-Berg-Schischaukel

Nachdem wir die Kids zum Schikurs gebracht haben, geht’s für den Rest der Familie nach Schladming. Wir wollen heute die 4-Berge-Schischaukel erkunden. Konkret heißt das 123 Kilometer Pistenspaß. Nach zehn Minuten Autofahrt stehen wir bei der Gondelbahn, die uns auf die Planai bringt. Schon bei den ersten
Abfahrten sind wir von den perfekt präparierten Pisten begeistert und gondeln zum nächsten Berg namens Hochwurzen. Am Gipfel haben wir einen fantastischen Blick auf das Dachsteinmassiv und die ganze Region. Rainer fährt etwas früher zurück, um die Kinder vom Schikurs abzuholen, während Max, Viktoria und ich auf der Reiteralm die Pisten erkunden. Unglaublich wie vielfältig und gut vernetzt die Schiregion ist. Zurück in die Ramsau fahren wir mit
dem Bus, dies dauert keine dreißig Minuten. Die Infrastruktur ist einfach top und bestätigt unsere Entscheidung für Ramsau am Dachstein.

Freitag- Abschlussrennen

Heute haben die Schikurs-Kinder ihren großen Tag: Das Abschlussrennen steht bevor. Moritz war gestern schon ein wenig nervös, Laura nimmt es sportlich
und startet mit der olympischen Einstellung „Dabei sein ist alles“. Nachdem wir die Kinder zum Schikurs gebracht haben, spazieren Rainer und ich durch die verschneite Landschaft der Ramsau, bevor wir am Rand der Piste die Kinder anfeuern. Max und Viktoria sind noch einmal auf den Dachstein-Gletscher gefahren,
um sich dort sportlich auszutoben. Nach der großen Siegerehrung – Max war der Schnellste von seinem Kurs, Laura überraschte sich selbst mit dem dritten
Platz – treffen wir uns im Hotel, um noch einmal gemeinsam mit den Langlaufschiern auszulaufen. Auf der Nachtloipe im Langlaufstadion machen wir ein
Familienwettrennen (der Sieg ging dieses Mal an die Männer).

Samstag- Der letzte Tage

Da Moritz und Laura im Schikurs große Fortschritte gemacht haben, wollen wir am letzten Tag noch einmal die 4-Berge-Schischaukel erkunden. Deshalb teilt sich die Familie auf: Ich fahre mit den zwei kleineren Kindern die gemütlichen Pisten, der Rest kostet noch einmal das ganze Angebot aus. Die Wahnsinnigen
fahren am Ende sogar noch den berühmten Planai-Zielhang hinunter! Abschließend spazieren wir durch die Innenstadt von Schladming, essen bei einem
urigen Restaurant noch einmal Steirische Kasnocken und verabschieden uns mit einem steirischen „Pfiati“.

Unser Resümee

Ja, wir sind begeistert. Wir haben uns vorher informiert und wussten in etwa, was auf uns zukommt. Aber mit solch einem entspannten Urlaub haben wir nicht
gerechnet. Die Infrastruktur, die Vielfalt, die Gastfreundschaft – Ramsau am Dachstein hat sich wirklich von seiner besten Seite gezeigt. Auch mit dem Wetter hatten wir großes Glück, es war überwiegend sonnig. Teilweise gab es auch nicht so angenehme Momente (vorwiegend mit anderen, etwas unentspannten Gästen) und einige Aktivitäten konnten wir aufgrund der kurzen Urlaubszeit nicht ausprobieren. Aber alles in allem war es ein außergewöhnlicher Familienurlaub, der mit Sicherheit wiederholt wird. Und wenn sogar die Kinder begeistert sind und wieder in die Ramsau kommen wollen, dann spricht das
ganz klar für die Region. Wir wünschen euch ebenfalls viel Spaß und einen tollen Urlaub in Ramsau am Dachstein.
Und wer weiß, vielleicht trifft man sich ja im Winter auf der Piste oder Loipe.

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